Antakya Medeniyetler Korosu Aalen Konseri / Konzert des Chors der Zivilisationen aus Antakya in Aalen

M. Türker ARI 18.12.2012
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Gerlach,
Sayın Seyfi Bey,
meine Damen und Herren,

herzlichen Dank für Ihre Einladung. Ich freue mich, hier zu sein und ein Grußwort an Sie richten zu können. Albert Einstein sagte: "Peace can not be kept by force, it can only be achieved through understanding – Frieden kann nicht über Gewalt, sondern nur über gegenseitiges Verständnis erreicht werden“.

Wir leben in einer Welt, in der sich Menschen über geographische Grenzen hinweg immer näher kommen und wir leben in zunehmend heterogenen Gesellschaften, in denen unterschiedlichste Kulturen und Religionen vertreten sind. In vielerlei Hinsicht kann man daher von einer Weltgemeinschaft sprechen, in der kulturelle und ethnische Herkunft, Lebensphilosophie und Glauben die Farben eines gemeinsamen Lebensraumes sind. Umso betrüblicher ist es, wenn Glauben und Religion zwischen den Menschen stehen und zu Konflikten führen. Wir sollten lernen, einander zu vertrauen und gemeinsam zu handeln, denn viele Herausforderungen sind grenzüberschreitend und können nur gemeinschaftlich angegangen werden.

Meine Damen und Herren,

im Laufe der Geschichte war mein Land die Heimat unterschiedlichster Völker und Kulturen. In unserer Region – die oftmals auch die „Wiege der Zivilisationen“ genannt wird - wurden die großen, monotheistischen Weltreligionen geboren. Mein Land fühlt sich bis heute mit allen, die Teil seiner geschichtlichen Entwicklung sind, eng verbunden und strebt auch in Zukunft Einigkeit und Einheit an.

Die türkische Bevölkerung setzt sich aus über 50 unterschiedlichen Völkern zusammen. Diese sprechen ihre eigenen Sprachen, üben ihren eigenen Glauben aus und pflegen ihre jahrhundertealten Traditionen und Bräuche. Mein Land ist stolz auf diese Vielfalt und auf Orte wie Antakya, an denen ihr großes geschichtliches Erbe deutlich wird: In Antakya befindet sich die älteste christliche Kirche (Höhlenkirche „Sankt Petrus Grotte“) der Welt. Die Ursprünge Antakyas liegen sowohl im Christentum als auch im Islam und die Stadt ist ein Sinnbild für den religiösen Reichtum der Türkei.

Meine Damen und Herren,

auf der Internetseite des Chors der Zivilisationen habe ich Folgendes gelesen: “Wir sind stolz auf unsere Kultur des Respekts und der Toleranz, die sich über Jahrhunderte geteilten Zusammenlebens von Menschen unterschiedlicher Kulturen entwickelt hat. Mit unserer Musik wollen wir diese Werte in die Welt tragen”. Mit diesen Worten möchte ich mein Grußwort beschließen, denn ich könnte die Botschaft des heutigen Abends selbst nicht treffender umschreiben. Bei allen Sängerinnen und Sängern, aber auch allen anderen, die dieses Konzert möglich gemacht haben, möchte ich mich herzlich bedanken. Ich freue mich auf einen wunderschönen Konzertabend und wünsche all unseren christlichen und jüdischen Freunden gesegnete Feiertage.
Herzlichen Dank.

Atatürk

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