Fachtagung "Interkulturelle Öffnung praxisnah"

M. Türker ARI 22.07.2014
Sehr geehrter Herr Dr. Menz,
sehr geehrter Herr Enkler,
meine Damen und Herren,

herzlich willkommen zur Fachtagung “Interkulturelle Öffnung praxisnah”. Ich freue mich, die Tagung mit einem Grußwort eröffnen zu dürfen und Ihnen unsere Sicht darzulegen.

Unser Generalkonsulat vertritt die Interessen des türkischen Volkes. In Baden-Württemberg leben rund 600.000 Menschen türkischer Herkunft. Wir sehen diese Menschen – unabhängig davon, ob sie nun in der Türkei oder in anderen Ländern leben - als Teil des türkischen Volkes. Zur gleichen Zeit sind sie aber seit mehr als einem halben Jahhundert auch ein Teil der baden-württembergischen Gesellschaft und mit diesem Land tief verbunden. Tag für Tag tragen sie zur wirtschaftlichen Entwicklung Baden-Württembegrs bei und bereichern das Land mit ihrer Kultur, Religion und Sprache. Wir befinden uns im heiligen Monat Ramadan und in beinahe allen Städten und Gemeinden Baden-Württembergs werden Iftar-Abende veranstaltet, kommen Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen zum gemeinsamen Fastenbrechen zusammen. Dies ist sicher ein gutes Beispiel für lebendiges Miteinander.

In der Verwaltung und in vielen anderen Organisationen sind Menschen mit Migrationshintergrund bis heute jedoch kaum sichtbar. Eine interkulturelle Öffnung dieser Institutionen erscheint mir sehr wünschenswert. Ich freue mich, dass schon viele öffentliche Institutionen wie Soziale Dienste, Arbeitsämter oder die Polizei damit begonnen haben, sich auf die Anforderungen der modernen, von Globalisierung geprägten baden-württembergischen Gesellschaft einzustellen. Wenn qualifizierte und erfahrene Menschen mit Migrationshintergrund hohe Positionen in der Verwaltung innehaben, ist dies auch ein positives Signal und ein Impuls, der in die Gesellschaft hinein wirkt. Die Einschätzung dazu obliegt natürlich den Behörden.

Wir im Generalkonsulat versuchen, diesen Prozess aktiv zu unterstützen. So haben wir beispielsweise beobachtet, dass Maßnahmen immer dann besonders erfolgreich sind, wenn sie sich an die besondere Situation von türkischen Familien anpassen und diese auch als aktive Akteure einbinden.

Daher haben wir mit der Agentur für Arbeit Baden-Württemberg, dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport und vielen anderen Institutionen und Organisationen Partnerschaften geschlossen.

Meine Damen und Herren,

man sagt, dass die Kinder unsere Zukunft sind. In diesem Sinne engagieren wir uns in der Jugendarbeit und arbeiten mit dem Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg und unterschiedlichen Kreisjugendämtern zusammen. In einer gemeinsamen Arbeitsgruppe mit dem Jugendamt Stuttgart treffen wir uns zu einem regelmäßigen Gedankenaustausch und suchen nach Optimierungsmöglichkeiten. Darüber hinaus sind wir der Meinung, dass die besonderen kulturellen und religiösen Bedürfnisse auch bei der Unterbringung von türkischen Kindern in Pflegefamilien berücksichtigt werden sollten. Daher informieren wir die türkische Gemeinde flächendeckend über das Pflegekinderwesen und versuchen, türkische Plegefamilien zu gewinnen.

Unsere Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit und dem Kultusministerium konzentriert sich auf die schulische Förderung junger Türkinnen und Türken. Auch hier informieren wir in gemeinsamen Veranstaltungen über Chancen und Möglichkeiten im baden-württembergischen Bildungs- und Ausbildungssystem. Wir werden diese Bemühungen auch in der Zukunft weiter fortführen.

Meine Damen und Herren,

interkulturelle Öffnung hat viele Seiten.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen dafür sensibilisiert werden, kulturelle Heterogenität anzuerkennen und deren Ressourcen zu nutzen. Sie müssen neue Wege und Handlungsalternativen kennenlernen, damit sie Menschen mit Migrationshintergrund wertschätzend begegnen und konstruktive Lösungen finden können. Sie dürfen mit ungewohnten Situationen nicht überfordert sein, dann sind sie effektiver und zufriedener. Hierfür ist eine gute und auch spezielle Bildung dringend erforderlich.
Gleichzeitig ist es wichtig, eng mit Migrantenorganisationen zusammenzuarbeiten und deren Potenziale zu nutzen. Nach neuesten Studien werden dem baden-württembergischen Arbeitsmarkt im Jahr 2015 rund 34.000 Fachkräfte fehlen. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Verwaltung und andere Institutionen von dem großen Potenzial junger und gebildeter Türkinnen und Türkern profitieren und den Fachkräftemangel überwinden können.

Aus Erfahrung wissen wir, dass Vertrauen und persönlicher Kontakt jeder Zusammenarbeit gut tun. Wir wünschen uns, dass die türkische Gemeinde eng mit ihren baden-württembergischen Partnern zusammenarbeitet und langfristige, institutionelle Partnerschaften aufbaut. Sicher ist auch, dass baden-württembergische Institutionen noch näher an Migrantenorganisationen heranrücken können, wenn sie die Maßnahmen, die das Ministerium für Integration von Baden-Württemberg zu diesem Zwecke bereit stellt, in Anspruch nehmen.

Meine Damen und Herren,

unsere Gesellschaft unterliegt ständigen Veränderungen und das Zusammenleben ist ein Lernprozess. Jede und Jeder Einzelne muss sein eigenes Verhalten immer wieder neu bewerten und eventuell angleichen – sowohl im Beruf, als auch im Privaten. Daher begrüße ich die Initiative des Roten Kreuzes und die heutige Fachtagung zur interkulturrellen Öffnung und wünsche allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen informativen und anregenden Tag. In diesem Sinne – Viele Dank an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des DRK Landesverbandes Baden-Württemberg und weiterhin viel Erfolg und gutes Gelingen.

Vielen Dank.

Montag - Freitag

08:30 - 17:00

25.12.2017 1. Weihnachtstag
26.12.2017 2. Weihnachtstag
01.01.2018 Neujahr
30.03.2018 Karfreitag
02.04.2018 Ostermontag
01.05.2018 Tag der Arbeit
10.05.2018 Christi Himmelfahrt
21.05.2018 Pfingstmontag
31.05.2018 Fronleichnam
15.06.2018 1. Tag des Ramadanfestes
21.08.2018 1. Tag des Opferfestes
03.10.2018 Tag der Deutschen Einheit
29.10.2018 Tag der Gründung der Republik Türkei
31.10.2018 Reformationstag
01.11.2018 Allerheiligen
25.12.2018 1. Weihnachtstag
26.12.2018 2. Weihnachtstag