Türkisches Generalkonsulat Stuttgart

Mitteilungen des Türkischen Aussenministeriums

Nr.:47, 14. Februar 2017, Pressemitteilung In Bezug Auf Die Entscheidung Des Griechisch-zypriotischen Parlaments, Wonach Für Die Abstimmung Der „enosis“ Von 1950 In Den Schulen Gedenkt Werden Soll , 14.02.2017

Die gemeinsame Erklärung, die gestern (13.Februar) vom Parlament der Türkischen Republik Nordzypern angenommen wurde, widerspiegelt im Hinblick auf den Beschluss (10. Februar 2017) des griechisch-zypriotischen Parlaments, die gerechten Erwartungen und Bedenken der türkisch-zypriotischen Seite. Gemäß dem Beschluss, die von der rechtsradikalen, rassistischen ELAM (nationale Volksfront) vorgeschlagen wurde, sollen in den Schulen der griechisch-zypriotischen Seite für die Abstimmung der „Enosis“ eine Gedenkfeier stattfinden.

Wir schließen uns den Erklärungen von S. E. Mustafa Akıncı, Präsident der Türkischen Republik Nordzypern, an. In seinen Erklärungen appellierte Herr Akıncı an den Präsidenten der griechisch-zypriotischen Seite, damit dieses Gesetz für nichtig erklärt wird.

Diesen Beschluss als „eine einfache Bezugnahme auf eine historische Tatsache“ zu betrachten, wie es vom Führer der griechisch-zypriotischen Seite zum Ausdruck gebracht wurde und zudem die Perspektive diesen Beschluss mit den Feierlichkeiten der Friedensoperation Zypern (20. Juli) und der Gründung der Türkischen Republik Nordzypern (15. November) zu vergleichen ist sinnlos und inakzeptabel. Das Ziel der Friedensoperation war die humanitäre Tragödie, deren Wurzeln im Traum der Enosis lagen, zu beenden.

In einer Phase, wo in Zypern auf der Grundlage der gemeinsamen Erklärung vom 11. Februar 2014, die Bemühungen (auf der Basis der politischen Gleichheit der beiden Seiten) für die Gründung eines gemeinsamen Staates fortschreiten, ist es klar, dass die Unterstützung (vom Parlament und Führung der griechisch-zypriotischen Seite) des Entwurfs, die von der rechtsradikalen, rassistischen ELAM vorgeschlagen wurde, keinen Beitrag für die Vertrauensbildung zwischen den beiden Völkern der Insel und für den Verhandlungsprozess leisten wird. In der Tat haben wir mit dieser Gelegenheit, wie es zuvor mehrfach der Fall war, erneut gesehen, dass die Bemühungen für die Lösung der Zypernfrage erschwert werden, falls sich an der Mentalität der griechisch-zypriotischen Seite, die die türkischen Zyprioten nicht als Miteigentümer der Insel betrachten, keine grundlegenden Änderungen geben sollte.