Rede anlässlich des Empfangs zum 92. Jahrestag der Gründung der Republik Türkei

Ahmet AKINTI 29.10.2015
Sehr geehrter Herr Ministerialdirektor Prof. Dr. Hammann,
sehr geehrte, liebe Generalkonsulinnen und Generalkonsuln,
sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden und Vereinen,
sehr geehrte Medienvertreter,
sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Gäste,

ich heiße Sie sehr herzlich zur Feier des 92. Jahrestags der Gründung der Republik Türkei willkommen. Dass wir diesen besonderen Tag heute feiern können, verdanken wir Mustafa Kemal Atatürk und seinen Mitstreitern, die mit großem Mut, Tapferkeit und unter Einsatz ihres eigenen Lebens für die Unabhängigkeit und Freiheit der Türkei kämpften. Wir sind Mustafa Kemal Atatürk und seinen Mitstreitern auf ewig dankbar. Hören wir nun zunächst die türkische und die deutsche Nationalhymnen.

Liebe Gäste,

S.E. Herr Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan ließ uns eine Grußbotschaft zukommen, die ich nun auf Türkisch vorlesen möchte. Für unsere deutschsprachigen Gäste werden wir die deutsche Übersetzung auf dem Bildschirm einblenden:

"Bugün, millet olarak istiklalimiz ve istikbalimiz için verdiğimiz son büyük mücadele olan Kurtuluş Savaşımızı zafere ulaştırmamızın ardından ilan ettiğimiz Cumhuriyetimizin 92’nci kuruluş yıldönümüdür.

81 ilimizde ve dünyanın dört bir yanında yaşayan tüm vatandaşlarımızın Cumhuriyet Bayramını kutluyorum.

29 Ekim 1923’te ilan ettiğimiz Cumhuriyetimizin 92’nci kuruluş yıldönümü coşkusunu, millet olarak hep birlikte paylaşıyoruz.

Cumhuriyetimizin 92 yıllık tarihi, milletimizin en zor şartlarda nasıl yeniden ayağa kalkabileceğini gösteren, geleceğimiz için bize umut veren, attığımız her adımda ders almamız gereken bir dönemdir.

600 yıllık bir cihan devletinin enkazı üzerinde yükselen genç Cumhuriyetimizi, Aziz Atatürk’ün veciz bir şekilde ifade ettiği “muasır medeniyet seviyesinin üzerine çıkarma” mücadelesini, ilk günkü heyecanla, azimle ve şevkle sürdürüyoruz.

Bugün Türkiye Cumhuriyeti Devleti, sadece kendi vatandaşlarının değil, aynı zamanda bölgemizdeki ve dünyadaki tüm mağdurların, mazlumların, soydaş ve kardeş toplulukların da umut kaynağıdır.

Birliğimize, beraberliğimize, kardeşliğimize yönelik saldırıların gerisinde, Cumhuriyetimizin işte bu seviyeye ulaşmış olmasından duyulan rahatsızlık vardır.

1919’da çok zor şartlarda başlattığımız Kurtuluş Savaşımızı, 1923’te nasıl yeni devletimizin kuruluşunu ilan ederek taçlandırdıysak, bugün karşılaştığımız sıkıntıları da, inşallah, 2023 hedeflerimize ulaşarak geride bırakacağız.

Milletimizin ortak eseri olan Cumhuriyetimize sahip çıkmak, ülkemizin ve milletimizin geleceği için çalışmak, mücadele etmek, gerektiğinde fedakârlıkta bulunmak, hepimizin müşterek vazifesidir.

78 milyon vatandaşımızın her bir ferdi, bu ülkenin, Cumhuriyetin, aynı haklara sahip, ortak bir geçmişi ve ortak bir geleceği paylaşan, tasada ve kıvançta bir evlatlarıdır.

Milletimizin fertlerini kökeni, inancı, mezhebi, meşrebi, kültürü, kılık-kıyafeti üzerinden ayrıştırmaya kalkan herkes, Cumhuriyetin ruhuna, özüne ihanet içindedir.

Geçtiğimiz yıllarda, devletle milletin, tıpkı 92 yıl önce olduğu gibi, birlik ve beraberlik içinde büyük hedeflere yöneldiği bir dönemi hep birlikte inşa ettik.

Önümüzdeki dönemde, ülkemizin diğer tüm kazanımlarıyla birlikte bu mirasa da, yine hep beraber sahip çıkmalıyız.

Cumhuriyetimizin kuruluşunun 100’üncü yılına, hem 2023 hedeflerimize ulaşmış, hem de birliğimizi, beraberliğimizi, kardeşliğimizi en üst seviyeye çıkarmış olarak gireceğimize yürekten inanıyorum.

Bu duygularla, Cumhuriyetimizin banisi Gazi Mustafa Kemal başta olmak üzere, bu
toprakları bir kez daha bizlere vatan kılan tüm gazilerimizi, şehitlerimizi rahmetle, minnetle yâd ediyorum.

29 Ekim Cumhuriyet Bayramımız kutlu olsun.

Recep Tayyip ERDOĞAN
Cumhurbaşkanı"

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Gäste,

vor wenigen Wochen schockierte das Bild eines kleinen Jungen, der tot an den Strand der türkischen Mittelmeerküste gespült worden war, die ganze Welt. Wie dieser kleine Junge sind jeden Tag viele tausend Menschen auf der Flucht. Umso befremdlicher erscheint mir das Verhalten einiger europäischer Länder, die an ihren Grenzen Zäune aus Stacheldraht errichten; nur schwer nachvollziehbar finde ich die Weigerung vieler europäischer Länder, Menschen, die sich in allergrößter Not befinden, Zuflucht zu gewähren.

Rund acht Millionen Menschen sind bis heute aus Syrien geflohen. Die Türkei hat eine mehr als 800 Kilometer lange Grenze mit Syrien. Aktuell halten sich rund zwei Millionen Flüchtlinge in der Türkei auf, etwa die Hälfte dieser Flüchtlinge sind Kinder. Auf türkischem Boden gibt es insgesamt 25 Flüchtlingslager.

In diesen Camps wurden Krankenstationen, Schulen und Ausbildungsstätten eingerichtet. Für mein Land ist es eine Selbstverständlichkeit, den syrischen Flüchtlingen zu helfen. Wir sind stolz auf die Arbeit unserer Behörden und die Hilfsbereitschaft und den Rückhalt der türkischen Bevölkerung.

Ende März dieses Jahres reiste die türkische Freundschaftsgruppe des Landtags von Baden-Württemberg in die Türkei und besuchte dort eines der Flüchtlingscamps. Ich freue mich, dass die Abgeordneten nach ihrer Rückkehr mit Anerkennung und Respekt von den Leistungen der türkischen Behörden sprachen.

Insbesondere nach einem erneuten, deutlichen Anstieg der Flüchtlingszahlen Ende Juni dieses Jahres sehen sich die Türkei und die gesamte Region vor große Herausforderungen gestellt. Ich denke, dass es keinem Land möglich ist, diese Aufgabe alleine zu meistern. Wir brauchen eine starke, internationale Zusammenarbeit.

Vor zehn Tagen reiste Frau Bundeskanzlerin Merkel nach Istanbul und traf sich dort zu Gesprächen mit Herrn Staatspräsidenten Erdoğan und Herrn Ministerpräsidenten Davutoğlu. Wir sind voller Hoffnung, dass diese Gespräche Früchte tragen und zur Entspannung der aktuellen Lage beitragen werden.

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Sorge beobachten wir, dass mit dem Anstieg der Flüchtlingszahlen leider auch eine Zunahme fremdenfeindlicher Bewegungen in Deutschland einhergeht. Die Demonstrationen von Pegida erleben wieder Zulauf und auch in unserem Amtsgebiet wurden Fenster mehrerer muslimischer Gebetshäuser eingeschlagen und Wände mit Hakenkreuzen beschmiert. Zutiefst betroffen sind wir auch über die bundesweite Häufung von Brandanschlägen auf Flüchtlingsheime. Diesen Entwicklungen müssen wir uns vereint und entschieden entgegenstellen.

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Gäste,

in diesem Jahr gab es zwei Wahlgänge zur Wahl des türkischen Parlaments. In Deutschland fand der erste Wahlgang im Mai, der zweite Wahlgang im Oktober statt. Beide Male hatten alle, in Baden-Württemberg wohnhaften, wahlberechtigten türkischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger die Möglichkeit, ihre Stimme in Stuttgart und in Karlsruhe abzugeben.

Im Mai lag die Wahlbeteiligung bei rund 42%. Im Oktober verzeichneten wir bereits eine Wahlbeteiligung von rund 51%. Insgesamt gaben in unserem Amtsgebiet also beinahe 72.000 Menschen ihre Stimme ab. Die Zahlen verdeutlichen, dass sich die türkische Gemeinde in Baden-Württemberg zunehmend für die türkische Politik interessiert und den Wunsch hat, am politischen Geschehen des Landes teilzuhaben.

Die Organisation und Durchführung der Wahlen in Stuttgart war für mich und meine Mitarbeiter eine große Herausforderung, der wir uns mit viel Elan und Tatkraft stellten. Wir sind sehr froh, dass es uns in enger Zusammenarbeit mit den baden-württembergischen Landesbehörden gelungen ist, alle Aufgaben zu meistern und die Wahlen friedlich verlaufen sind. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Menschen bedanken, die uns engagiert und tatkräftig unterstützt haben. Darüber hinaus gilt mein besonderer Dank den Stuttgarter Polizeibehörden, die die Sicherheit unserer Wählerinnen und Wähler gewährleistet haben.

Liebe Gäste,

die Türkei und Deutschland verbinden intensive Wirtschaftsbeziehungen, die über viele Jahrzehnte gewachsen sind. Deutschland ist heute einer der wichtigsten Handelspartner meines Landes. Unser bilaterales Handelsvolumen wuchs im vergangenen Jahr um rund fünf Prozent und erreichte einen Wert von insgesamt 33,8 Milliarden Euro.

Das türkisch-baden-württembergische Handelsvolumen belief sich im Jahr 2014 auf insgesamt 5,1 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2015 betrug es bereits 2,3 Milliarden Euro.

Meine Damen und Herren, Sie sehen, dass sich die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern weiter intensivieren und sowohl für türkische, als auch für baden-württembergische Unternehmerinnen und Unternehmer noch viel Entwicklungspotential bergen.

Ich freue mich, dass es dem Stellvertretenden Ministerpräsidenten und Minister für Wirtschaft und Finanzen des Landes Baden-Württemberg, Herrn Dr. Nils Schmid, schon beinahe zur liebgewonnenen Tradition geworden ist, Delegationsreisen in die Türkei zu unternehmen. Auch Ende September dieses Jahres reiste Herr Minister Dr. Schmid wieder mit einer großen Wirtschaftsdelegation, deren Schwerpunkt dieses Mal im Bereich der erneuerbaren Energien lag, in die Türkei.

Unser Land verfügt über großes Potential im Ausbau von erneuerbaren Energien, baden-württembergische Unternehmen über das notwendige Knowhow. Ich bin sicher, dass wir die erneuerbaren Energien in der Türkei gemeinsam fördern und deutlich voranbringen werden.

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Gäste,

wir wünschen uns, dass alle Türkinnen und Türken in Baden-Württemberg glücklich sind und ein selbstbestimmtes Leben führen. Wir glauben fest daran, dass es unseren Kindern dank guter Bildung gelingen wird, sich selbst zu verwirklichen und Lebensträume Realität werden zu lassen. Gute Bildung meint natürlich gute Schulnoten und eine erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung oder ein Hochschulstudium. Zu guter Bildung gehören aber auch die Kenntnis der kulturellen Werte und Schätze des Heimatlandes, seiner Sprache, Religion und Landeskunde.

Zum UNESCO-Welterbe gehören 15 Welterbestätten in der Türkei. Erst in diesem Jahr erhielten die antike Stadt Ephesus und die Zitadelle von Diyarbakır den Status „UNESCO-Weltkulturerbe“.

Ephesus möchte ich erwähnen, weil sich dort das Haus der Maria – auf Türkisch „Meryem Ana Evi“ – hoch auf dem Berg Bülbül-Dağ befindet. Dieses Haus ist für Christen auf der ganzen Welt ein heiliger Ort und wird jedes Jahr von tausenden Pilgern, Christen und Muslimen, besucht.

Angesichts der Bedeutung von immateriellem Kulturerbe als Quelle kultureller Vielfalt und Garant nachhaltiger Entwicklung zeichnet die UNESCO auch Bräuche, Darstellungen, Wissen und Fertigkeiten – sowie die dazu gehörigen Instrumente, Objekte und Artefakte – als "Immaterielles Kulturerbe" aus. Die Kunst des türkischen Schattentheaters „Karagöz ve Hacivat“ ist ein wichtiges, immaterielles UNESCO-Weltkulturerbe meines Landes.

Daher freuen wir uns sehr, dass sich das Linden-Museum Stuttgart dieser besonderen Kunstform widmet, in der Ausstellung "Die Welt des Schattentheaters”. Die Ausstellung kann vom 3. Oktober 2015 bis zum 10. April 2016 besucht werden und zeigt unterschiedliche Traditionen des Schattentheaters. Das türkische Schattentheater „Karagöz ve Hacivat“ bildet einen besonderen Schwerpunkt. Figuren eines der wichtigsten Meister des türkischen Schattentheaters, Ragıp Tuğtekin, sind hier zu sehen. Ich würde mich sehr freuen, wenn sich viele Menschen für diese besondere Ausstellung interessierten und insbesondere Kinder und Jugendliche das türkische Schattentheater „Karagöz ve Hacivat“ kennenlernten. Um Ihnen einen kleinen Vorgeschmack zu geben, haben wir im Anschluss eine kleine Überraschung für Sie vorbereitet.

Sehr geehrte Damen und Herren,

in diesem Jahr gab es in meinem Leben ein ganz besonderes Ereignis, das mich und meine Familie für immer mit Stuttgart und Baden-Württemberg verbinden wird.

Am 04.03.2015 kamen unsere Zwillingstöchter Hanzade Maya und Nevbahar Lilya in Stuttgart zur Welt. Ich bin sehr stolz zu sagen, dass sowohl die türkische Gemeinde in Baden-Württemberg, als auch unsere deutschen Freunde unser Elternglück geteilt haben.

Lieber Herr Ministerialdirektor Prof. Dr. Hammann, es ist uns eine besondere Ehre, dass Sie unserem Empfang in Vertretung der Landesregierung von Baden-Württemberg beiwohnen. Bereits im vergangenen Jahr waren Sie unser Gast und hielten eine beeindruckende Rede, die bei unseren Gästen großen Anklang und Lob fand. Ich freue mich nun, Sie ans Rednerpult bitten zu dürfen.

Montag - Freitag

08:30 - 17:00

25.12.2017 1. Weihnachtstag
26.12.2017 2. Weihnachtstag
01.01.2018 Neujahr
30.03.2018 Karfreitag
02.04.2018 Ostermontag
01.05.2018 Tag der Arbeit
10.05.2018 Christi Himmelfahrt
21.05.2018 Pfingstmontag
31.05.2018 Fronleichnam
15.06.2018 1. Tag des Ramadanfestes
21.08.2018 1. Tag des Opferfestes
03.10.2018 Tag der Deutschen Einheit
29.10.2018 Tag der Gründung der Republik Türkei
01.11.2018 Allerheiligen
25.12.2018 1. Weihnachtstag
26.12.2018 2. Weihnachtstag